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Kompetenzzentrum Schmerztherapie
Essen-Süd

 

Biofeedback

 

Biofeedback ist ein Verfahren der Verhaltensmedizin, mit dessen Hilfe unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse durch Rückmeldung, also Feedback, wahrnehmbar gemacht werden. In der schmerztherapeutischen Praxis wird das Verfahren genutzt um schmerzauslösende innere und äußere Faktoren zu diagnostizieren und zu behandeln.

 

Anhand eines einfachen Beispiels lässt sich die Methode am besten erklären. Anhaltender Stress auf der Arbeit führt häufig zu chronischer Verspannung der Schulter/Nacken Muskulatur. Bei Patienten mit chronischem Schmerz hat sich zudem die eigene Körperwahrnehmung über die Jahre verschlechtert, d.h. dieser an sich einfache Zusammenhang wird oft nicht als solcher erkannt. Beim Biofeedback wird die Muskelspannung über Sensoren, die auf die Haut aufgeklebt werden als elektrisches Signal gemessen und an einen Bildschirm übertragen. Anhand dieser „Anspannugskurve“ erhält der Patient eine direkte Rückmeldung über seinen aktuellen Zustand. Wird der Patient des obigen Beispiels während einer Biofeedback Sitzung vom Therapeuten aufgefordert, sich den letzten Arbeitstag bewusst ins Gedächtnis zu rufen, wird er am Bildschirm sofort beobachten können, dass seine „Muskelanspannungskurve“ ansteigt. Therapeutisches Ziel in den folgenden Sitzungen ist dann entsprechend, die angespannten und schmerzenden Muskelgruppen gezielt zu entspannen, zunächst während der Sitzungen mit Hilfe des Bildschirmes. Mittel- und langfristig wird er lernen, drohende stressbedingte Verspannung auch am Arbeitsplatz sofort zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen.Neben den Muskelspannungswerten werden beim Biofeedback Sensoren für Atmung, Blutdruck, Pulsschlag, Hauttemperatur oder elektrischen Hautwiderstand eingesetzt. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde die Effektivität von Biofeedback für die Behandlung verschiedener Schmerzerkrankungen bewiesen, z.B. Migräne, Spannungskopfschmerz, Rückenschmerz, Schmerz durch Muskelverspannungen u.a. Weitere Anwendungsmöglichkeiten des Verfahrens sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. arterieller Hypertonus), Schlafstörungen und allgemeine Stressbewältigung.